Unsere pädagogischen Grundlagen

Gesetzliche und pädagogische Grundlagen unserer Arbeit

Folgende gesetzliche Grundlagen sind für uns bindend:

  • Dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG)
  • Die Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG)
  • Dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)

Unser Konzept orientiert sich an den Theorien und Lernmethoden von

1. Maria Montessori

2.      Jean Piaget

3.      Howard Gardner

4.      Erik Erikson

5.      Situationsorientierter Ansatz

Zu 1. Maria Montessori

Wir stützen unsere Pädagogik auf Maria Montessori, weil wir unseren Kindern mit Achtsamkeit und Respekt begegnen und sie als eigenständige Persönlichkeiten respektieren. Somit schaffen wir den Kindern eine „Vorbereitete Umgebung“, in der sie sich nach ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen bewegen und spielen können. Dies ist die Voraussetzung für ihre Entwicklung und ihr späteres Lernen.

Kinder zwischen 0 – 3 Jahren absorbieren unbewusst Sinneseindrücke und zwischen 3 – 6 Jahren entwickeln sie vernünftiges Denken und bereits Gelerntes  wird weiterentwickelt. Dies unterstützen wir durch die vorbereitete Umgebung in den einzelnen Lerncentern.

Auch war es Maria Montessori wichtig die Sinne zu schulen, denn diese sind die Kontaktpunkte mit der Umgebung  und nur durch ihren Gebrauch kann sich der Verstand vervollkommnen. Das von uns zur Verfügung gestellte Montessori-Material soll ein Schlüssel sein, der die Türe zur Erforschung der äußeren Dinge öffnet.

Zu 2. Jean Piaget

Die Theorie von Piaget stützt sich auf die kognitive Entwicklung. Er beschreibt, dass der Mensch mit zwei fundamentalen Tendenzen geboren wird. Der Adaption und der Organisation. Die Adaption ist die Anpassung an die Umwelt und umfasst zwei Prozesse: Die Akkomodation (Veränderung des  eigenen Verhaltens, um sich den Umweltbedingungen anzupassen) und die Assimilation (Veränderung der Umwelt, um diese den eigenen Bedürfnissen, Wünschen usw. anzupassen). Die zweite Tendenz ist die Organisation. Hier findet die Integration der eigenen Prozesse in zusammenhängende Systeme statt. Da der Mensch mit sich und seiner Umwelt in Harmonie sein möchte, wird durch Adaption und Assimilation immer wieder ein Gleichgewicht hergestellt. Piaget unterscheidet vier Hauptstadien der kognitiven Entwicklung bei Kindern, die wir durch unsere Arbeit positiv zu beeinflussen versuchen:

  • Stufe: Sensomotorisch. Das Alter der Kinder ist von der Geburt bis zum 2. Lebensjahr. Die Hauptmerkmale sind die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen sensomotorischen Aspekten.
  • Stufe: Präoperational. Das Alter der Kinder liegt zwischen dem 2. Und 7. Lebensjahr. Hauptmerkmale sind der Gebrauch von Symbolen, um Objekte intern zu repräsentieren. Dis geschieht insbesondere durch die Sprache.

Zu 3. Howard Gardner

Er vertritt die Meinung, dass es keine einheitliche Intelligenz gibt. Für ihn gibt es unterschiedliche Intelligenzen, die unabhängig voneinander sind. Ist man sich dieser bewusst, ist es möglich jedes Kind individuell zu fördern und auf seine Stärken und Schwächen besser einzugehen. Diese unterschiedlichen Intelligenzen teilen sich in:

  • Sprachliche Intelligenz: Die Fähigkeit, die Sprache einzusetzen, um Gedanken auszudrücken und zu reflektieren. Auch das Sprechen anderer zu verstehen.
  • Musikalische Intelligenz: Die Fähigkeit Musik zu komponieren und zu spielen. Das Gefühl für Klang, Harmonie, Rhythmus und eine dementsprechende Hörfähigkeit.
  • Logisch-mathematische Intelligenz: Die Fähigkeit Schlussfolgerungen zu ziehen und zu verstehen und mit Zahlen, Mengen und mentalen Operationen umgehen können.
  • Räumliche Intelligenz: Die Fähigkeit räumliche Zusammenhänge zu erkennen und gedanklich umzuformen. Räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Körperlich-kinästhetische Intelligenz: Die Fähigkeit über eine gute Kontrolle und Koordination des Körpers.
  • Intrapersonale Intelligenz: Die Fähigkeit eigene Impulse zu kontrollieren und eigene Grenzen zu erkennen.
  • Interpersonale Intelligenz: Die Fähigkeit andere Menschen  zu verstehen und mit ihnen einfühlsam zu kommunizieren.
  • Existenzielle Intelligenz: Die Fähigkeit Lebendiges zu beobachten, zu unterscheiden und zu erkennen.

Zu 4. Erik Erikson

Auf die Theorie Eriksons und sein Stufenmodell beziehen wir uns, weil eines unserer Ziele die Erlangung der eigenen Identität eines jeden Kindes ist. Erikson stellt dieses Streben nach Identität in seinem Stufenmodell anschaulich dar. Wir versuchen diese Identitätsentwicklung durch unsere Arbeit positiv zu beeinflussen und den Kindern in jeder Stufe eine positive Entwicklung zu ermöglichen.

  • Stufe 1: Urvertrauen vs. Urmisstrauen (1. Lebensjahr: Säuglingsalter): Der Leitsatz der Kinder lautet hier: Ich bin was man mir gibt!  Das wichtigste für die Kinder in dieser Phase ist körperliche Wärme, Liebe, Nähe und Schutz. Wichtigste Bezugsperson ist hier die Mutter. Für Kinder, die bereits in die Krippe gehen auch die Bezugserzieherin. Das Kind muss sich in dieser Phase voll und ganz auf seine Bezugsperson verlassen können um zu vermeiden, dass ein Urmisstrauen entsteht.
  • Stufe 2: Autonomie vs. Scham und Zweifel (2. – 3. Lebensjahr): Der Leitsatz der Kinder lautet hier: Ich bin, was ich will! Die Kinder lernen in dieser Phase ihre Schließmuskeln und andere Funktionen des Körpers nach ihrem Willen zu benutzen. Es empfindet Wohlbefinden und Macht. Dies ist die Grundlage für ein Gefühl von Autonomie. Zu strikte Kontrolle bei der Sauberkeitserziehung kann zu Scham und Zweifel beim Kind führen.
  • Stufe 3. Initiative vs. Schuldgefühle (4. Und 5. Lebensjahr: Spielalter): Der Leitsatz der Kinder lautet hier: Ich bin, was ich mir zu werden vorstelle! In dieser Phase werden die Kinder geschickter, gewinnen eine größere Bewegungsfreiheit, erobern ihre Umwelt durch Eigeninitiative, verfügen über Sprache und entwickeln einen Werksinn. Haben sie Misserfolge kann es zu Schuldgefühlen kommen. Unsere Aufgabe ist es den Kinder in dieser Phase durch die passende Lernumgebung Anregungen zu schaffen.

Zu 5. Der situationsorientierte Ansatz

Dieser Ansatz wird von einem wertschätzenden Menschenbild geprägt, der von einer ganzheitlichen Pädagogik ausgeht.

Die Säulen dieser Arbeit sind:

  • Den Kindern ein hohes Maß an Wertschätzung entgegen zu bringen
  • Aktuelle Situationen zu berücksichtigt und aufzugreifen
  • Jeder Tag ist bedeutend für die Entwicklung des Kindes
  • Die Pädagogen sich Lehrende und Lernende zugleich

Der Focus hierbei liegt sowohl auf den Kindern mit ihren Lebenssituationen als auch auf den Pädagogen, die sich und ihr Handeln stetig selbst reflektieren. Die Kinder können mit ihrem Erleben und Verhalten handlungsleitend sein. All das kann aber nur gelingen wenn sie von Pädagogen begleitet werden.

Zielsetzung:

Hier werden drei verschiedene Ebenen unterschieden auf denen die Kinder ihre Erfahrungen sammeln:

  • Emotionale Ebene: (Nach-)Erleben von Lebensereignissen, die Kinder bewegen
  • Kognitive Ebene: Verständnis des Erlebten
  • Handlungsebene: Möglichkeit zur Aufarbeitung bzw. Veränderung

Das ganzheitliche Erleben, das diese drei Ebenen verbindet, ermöglicht den Kindern, ihr gegenwärtiges Leben zu verstehen und Alltagssituationen zu meistern.

Umsetzung:

Hier wird darauf geachtet die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse jedes einzelnen Kindes zu berücksichtigen. Dadurch erlangen sie eigene lebenspraktische Fähigkeiten und erweitern sie. Sie vergrößern ihren Erfahrungshorizont, ihr Selbstbewusstsein und lernen selbständiges Denken und Handeln.

Ein Schwerpunkt ist die Vernetzung von Situationen im Kindergarten und außerhalb des Kindergartens zur Vermeidung von künstlich hergestellten Situationen.

Ein planvolles Vorgehen wird hier aber keinesfalls ausgeschlossen. Es geht aber nicht darum Projekte und Angebote für die Kinder zu planen, sondern in erster Linie um das Ansetzen „am Kind“ und dessen „Lebensplänen“.

Wir stützen unsere Arbeit auf diese Pädagogen, da :

Frei nach dem Grundsatz von Maria Montessori „Hilf mir es selbst zu tun“ sind wir der Meinung, dass Kinder jeden Alters am besten lernen, wenn sie Dinge selbst tun. Dies hat zur Folge, dass Kinder am besten lernen, wenn sie ihre Aktivitäten selbst wählen, durchführen und reflektieren können. Die Folge ist eine positive Auswirkung auf die Entwicklung des Kindes. Deshalb werden Lernerfahrungen  der Kinder so geplant, dass  sie ihr  Interesse wecken. Da die Kinder vor dem 2 Lebensjahr die wichtigsten Entwicklungsstufen für ihr Leben durchlaufen, haben wir unser Raumkonzept so gestaltet, dass die Kinder jederzeit die Möglichkeit haben, diese Entwicklungsstufen zu machen (soziale Beziehungen aufbauen, Kommunikation, Raum, Entdecken der Eigenschaften von Gegenständen, Selbstwahrnehmung, vergleichen und zählen, Zeit, Bewegung, Untersuchung von Gegenständen).